Pandemiefolgen für Kinder und Jugendliche


Wir handeln:
Runder Tisch Pandemiefolgen „Perspektiven für unsere Jugend?! Aufholen war gestern, was ist jetzt?“ ins Leben gerufen.


Vor zwei Monaten habe ich die Ergebnisse meiner Recherche zu den Nachwirkungen der Pandemiemaßnahmen auf das Gesundheits- und Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen >> hier veröffentlicht. Das Fazit war, dass eine Vielzahl an Störungen und gesundheitsbeeinträchtigenden Verhaltensweisen während und nach den Pandemiemaßnahmen stark zugenommen hat. Die Zahl der Hilfesuchenden hat sich dramatisch erhöht. Dem steht ein viel zu geringes Hilfsangebot gegenüber. Wartezeiten für Beratung und therapeutische Behandlung haben sich enorm verlängert.

Öffentlich finanzierte Angebote in Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche außerhalb der Familie betreut werden, gibt es weniger als vor der Pandemie. Dabei wäre gerade hier die Möglichkeit gegeben, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, helfend einzugreifen, bevor sich Störungen manifestiert haben und gesundheitliche Folgen auftreten. Klassische Prävention also.

Um diese eklatante Diskrepanz zwischen notwendiger Hilfe und tatsächlichem Angebot auf die politische Agenda zu befördern und nach Lösungen zu suchen, haben wir beschlossen, den Runden Tisch Pandemiefolgen „Perspektiven für unsere Jugend?! Aufholen war gestern, was ist jetzt?“ ins Leben zu rufen.
Reinhard Mann, April 2024
Geschäftsführer Deutsches Institut für Kinder- und Jugendgesundheit (DIKJ e.V.), klinischer Psychologe

Einladung zum Runden Tisch Pandemiefolgen „Perspektiven für unsere Jugend?! Aufholen war gestern, was ist jetzt?“


Mit Politiker:innen, Fachkräften aus den Bereichen Kinder- und Jugend-Medizin und -Therapie, aus Schule und Kita, aus der Jugendarbeit und der Wissenschaft möchten wir den aktuellen Stand an Angeboten und Strukturen kritisch beleuchten und diskutieren, wie es durch ein gemeinsames Engagement gelingen kann, das Angebot besser an die Nachfrage anzupassen und die Belange junge Menschen stärker in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit zu rücken.

Veranstaltungsort und -tag:

>> Hier direkt zur Anmeldung
(die Teilnahme ist kostenlos)
Moderation: Dr. Stefan Bestmann, Berlin, Professor für soziale Arbeit an der internationalen Hochschule im Fernstudium (vormals Kath. Hochschule für Sozialwesen), Berlin
Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!

Warum benötigen wir dringend einen Runden Tisch Pandemiefolgen?


Unsere Recherchen und ein Abgleich mit Stakeholdern in der ärztlichen, therapeutischen, sozialen und präventiven Versorgung haben ergeben, dass:

  • es immer noch gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt, die dringend aufgefangen und abgebaut werden müssen, damit sie nicht zu physischen oder psychischen Krankheiten führen,
  • es bereits manifeste Krankheiten gibt, die dringend behandelt werden müssen, um eine normale Entwicklung zu gewährleisten und schwere Schädigungen (z. B. Essstörungen) abzuwenden,
  • diesem dokumentierten Bedarf weder genügende und geeignete präventive Maßnahmen noch ausreichende therapeutische Angebote gegenüberstehen,
  • die bisher getroffenen Maßnahmen nur kurzfristig zur Verfügung standen („Aufholen nach Corona“) oder nur einen sehr kleinen Hilfebereich abdecken (Jugendnotmail und Mental Health Coaches an etwa 100 Schulen) und
  • die seitens der IMA geforderten strukturellen und weitreichenden Hilfsangebote nicht mehr Teil der politischen Debatte sind.

Wir fordern:


  • Den Ausbau und die Finanzierung von strukturellen Hilfsangeboten, die sich insbesondere an sozial und finanziell schlechter gestellte Gruppen wenden.
  • Einen gezielten Ausbau präventiver Angebote, die allen Kindern und Jugendlichen zugutekommen, nicht nur den bereits Beeinträchtigten oder Erkrankten (auch um Stigmatisierung zu vermeiden).
  • Projektförderungen nach transparenten Kriterien für weitreichende, wenn nicht flächendeckende Angebote zum Abbau und Ausgleich von pandemiebedingten Beeinträchtigungen.
  • Den Ausbau therapeutischer Hilfsangebote, um den erhöhten Bedarf zu decken und unzumutbare Wartezeiten abzubauen.
  • Professionelle Hilfsangebote für Fachkräfte im Umgang mit Störungsbildern und entsprechende Angebote für Betroffene im Sinne einer Präventionskette und
  • die kontinuierliche Umsetzung der von der >> IMA benannten Maßnahmen sowie die Bereitstellung entsprechender Haushaltsmittel.

Wer sind wir?


  • Reinhard Mann, Geschäftsführer Deutsches Institut für Kinder- und Jugendgesundheit (DIKJ e.V.), klinischer Psychologe
  • Dr. Petra Wagner, Professorin an der Universität Leipzig, Institut für Gesundheitssport und Public Health
  • Dr. Steffen Schaal, Professor an der Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, Gesundheitsmanagement
  • Markus Klein, Diplompädagoge, Falkenfamilie Recklinghausen, Betreuungseinrichtung für Kinder und Jugendliche
  • Oliver Schmitz, Geschäftsführer transfer e.V. Köln, freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Dipl. Sozialpädagoge und Betriebswirt